Abstract
ZusammenfassungObwohl Edward Saids Einfluss auf die Nahoststudien, und darüber hinaus auf die Sozial-, Geistes- und Kulturwissenschaften, aus vielen Perspektiven als glänzender Triumph oder als Tragödie betrachtet worden ist, stellen nur wenige die erstaunliche Reichweite und Durschlagskraft seines Werks Orientalismus in der akademischen Welt in Frage. Ich möchte hier die Rolle Saids sowie die durch seine Arbeiten beförderte postkoloniale Lehrmeinung untersuchen, mithin auch die Art und Weise, wie der Westen bisher mit dem geistigen Krieg umgeht, den triumphalistische MuslimeEine Bemerkung zum Triumphalismus. Das ist eine ungebräuchliche Bezeichnung derjenigen, die glauben, ihre Gruppe sei allen anderen überlegen und solle zum Beweis ihrer Überlegenheit über diese herrschen: „Wir haben recht, unser Glaube ist wahr, weil wir über euch triumphieren werden.“ In Bezug auf den Islam ist damit eine Form der Religiosität gemeint, die glaubt, es sei ihre Bestimmung, die ganze Welt Allahs Willen zu unterwerfen; die Welt sei geteilt in den Dar al-Harb und den Dar al-Islam und dieser solle jenen ersetzen; im Idealfall stellten die Muslime die Ungläubigen vor die Wahl zwischen Konversion, Tod und Unterordnung. Moderne Demokratien, die auf der Trennung von Kirche und Staat beruhen, erfordern eine offizielle Absage an triumphalistische Religiosität. mit dem erklärten Ziel führen, demokratischen Verfassungen den Dar al-Islam zu oktroyieren.