Was leistet in der Frage von Gottes Vorherwissen des kontingenten Zukünftigen Ockhams logischer Scharfsinn über Duns Scotus hinaus?

Zeitschrift für Philosophische Forschung 57 (2):159 - 187 (2003)
  Copy   BIBTEX

Abstract

Da mittelalterliche Denker Gottes Wissen der Welt vorwiegend als ein praktisches, auf Fürsorge gründendes Wissen begriffen, können die freien künftigen menschlichen Taten nicht als prinzipiell unwißbar ausgeschlossen werden. Gottes praktisches Wissen des kontingenten Zukünftigen gründet für Duns Scotus auf seinem faktisch unwandelbaren Willensentschluß und ist daher nur insofern kontingent, als es kontrafaktisch anders hätte sein können. Ockham verwirft solche irrealen Alternativen gleichzeitig zum Faktischen, da die Eigenart willentlicher Verursachung auch ohne solche hohen "ontologischen Kosten" erklärbar sei: Anders als eine Naturursache könne die freie Ursache ohne gewandelte Bedingungen im nächsten Augenblick anderes wirken. Innerhalb allein der wirklichen Welt ergeben echte Gegenwartsaussagen angesichts der Irreversibilität des Geschehenen hinfort notwendige Vergangenheitsaussagen. Aussagen über göttliches Vorauswissen seien hingegen nur oberflächengrammatisch Gegenwartsaussagen, sachlich jedoch kontingent, da ihre Geltung von einem kontingenten Zukünftigen abhänge, wenngleich unwandelbar, weil jede Zukunftsaussage, falls wahr, unveränderlich wahr sei . Bei Unwandelbarkeit aber läßt sich Kontingenz kaum anders als mit der Skotischen Konzeption gleichzeitiger irrealer Möglichkeiten erklären: Gott hätte das faktisch stets Gewußte niemals zu wissen brauchen

Other Versions

No versions found

Links

PhilArchive



    Upload a copy of this work     Papers currently archived: 101,551

External links

Setup an account with your affiliations in order to access resources via your University's proxy server

Through your library

Similar books and articles

Das Verständnis des zeitlosen Gottes.Peter Volek - 2019 - Scientia et Fides 7 (1):111-126.
What if it were true?Robert W. Jenson - 2001 - Neue Zeitschrift für Systematicsche Theologie Und Religionsphilosophie 43 (1):3-16.
Metaphysik – ein notwendiges oder verzichtbares Projekt?Karen Gloy - 2004 - Zeitschrift für Philosophische Forschung 58 (1).
Die Medizin ist eine deontische Disziplin.Kazem Sadegh-Zadeh - 2015 - Angewandte Philosophie. Eine Internationale Zeitschrift 2 (1):10-23.
Aktivität und Passivität des endlichen Seienden: Betrachtungen zu einem philosophischen Grundproblem der Theologie.Raymond Jahae - 2021 - Neue Zeitschrift für Systematicsche Theologie Und Religionsphilosophie 63 (1):1-19.

Analytics

Added to PP
2011-05-29

Downloads
28 (#803,040)

6 months
4 (#1,255,690)

Historical graph of downloads
How can I increase my downloads?

Citations of this work

No citations found.

Add more citations

References found in this work

No references found.

Add more references